Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

 

Die Berufsunfähigkeitsversicherung stellt einen wichtigen Schutz zur Existenzsicherung im Falle von Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit dar. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung soll das wirtschaftliche Risiko absichern, das dadurch entsteht, dass man seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird häufig mit einer Lebensversicherung gekoppelt. Man spricht dann von einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ).

Um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden ist es empfehlenswert, sich sowohl beim Antrag auf Abschluss der Versicherung aber auch bei der Beantragung von Leistungen von einem Rechtsanwalt beraten und vertreten zu lassen. Anderenfalls besteht das Risiko, dass man durch Fehler oder Nachlässigkeiten seinen Versicherungsschutz gefährdet.

Am besten gleich von Anfang an anwaltlich vertreten lassen! Fehler bei der Antragstellung führen sonst oft zum vollständigen Leistungsverlust!!

Hier können wir Ihnen helfen:

  1. Beratung beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherungsvertrages

    Idealerweise haben Sie vorher bereits verschiedene Angebote durch einen Versicherungsmakler oder -vertreter erstellen lassen. Aufgrund der unüberschaubaren Anzahl von Verträgen und Tarifen erfolgt die entsprechende Beratung und Vorauswahl am besten durch einen Makler oder Versicherungsvertreter.

    Bevor Sie den Antrag auf Abschluss der Versicherung abgeben, lassen Sie diesen aber auf für Sie nachteilige Klauseln überprüfen und sich beim Ausfüllen der Gesundheitsfragen durch Rechtsanwalt und Fachanwalt für Versicherungsrecht Dr. Alexander T. Schäfer beraten.

     
  2. Beratung und Vertretung bei der Beantragung von Versicherungsleistungen:

    Tritt der Versicherungsfall ein - werden Sie also berufsunfähig - müssen Sie aufpassen, bei der Beantragung der Leistungen keine Fehler zu machen. Falsche oder unvollständige Angaben können zum Verlust aller Ansprüche führen oder die Auszahlung erheblich verzögern. Korrekturen sind im Nachhinein nur sehr schwer möglich. Zudem werden gerade in der Berufsunfähigkeitsversicherung vom Versicherer eine kaum mehr überschaubare Anzahl an Informationen und Daten erbeten. Die Beantwortung der Fragen und Bereitsstellung der Unterlagen ist  mit einem großen Arbeitsaufwand verbunden.

    Rechtsanwalt Dr. Alexander T. Schäfer kann Sie dabei beraten und auch die gesamte Korrespondenz mit dem Versicherer für Sie führen.

    Sofern seitens des Versicherers psychologische Tests zur Prüfung des Versicherungsfalles (etwa bei Berufsunfähigkeit durch "Burn-Out") in Auftrag gegeben werden, lassen wir diese auf ihre Geeignetheit durch eigene Psychologen überprüfen.

    Sie erreichen uns über das Kontaktformular oder unter 069-40034090.


     

Wann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung?

 

Der Versicherungsfall:
Der Anspruch entsteht, wenn Berufsunfähigkeit im Sinne der Versicherungsbedingungen eintritt. Die genaue Definition ist dabei von Vertrag zu Vertrag unterschiedlich. In der Regel wird eine dauerhafte, mindestens zu 50 % bestehende Unfähigkeit zur Fortführung des erlernten und ausgeübten Berufs verstanden. Liegt die Berufsunfähigkeit unterhalb der 50 % Schwelle besteht dagegen gar kein Anspruch. In Abwandlung zu dieser starren „Alles oder Nichts“-Grenze von 50 %, sind mittlerweile auf Verträge auf dem Markt, die ab einem niedrigeren Wert bereits einen Teil der Berufsunfähigkeitsrente (BU-Rente) gewähren. Bei manchen Tarife mit einer Staffelung werden Leistungen so schon ab einer 25%igen Berufsunfähigkeit erbracht. Dabei kommt es nicht darauf an, wodurch die Berufsunfähigkeit entstanden ist. Auch verlangt die Berufsunfähigkeitsversicherung keine generelle Erwerbsunfähigkeit. Es ist also egal, wenn man noch einen ganz anderen Beruf ausüben kann.

Für spezielle Berufsgruppen, etwas Beamte oder Piloten und Flugbegleiter, gibt es spezielle Tarife und Vereinbarungen, etwa Dienstunfähigkeits- oder Fluguntauglichkeitsklauseln. Diese erleichtern die Voraussetzungen für die Versicherungsleistung.

Für bestimmte Berufe (Anwälte, Notare, Steuerberater, Ärzte, Apotheker, Psychotherapeuten, Architekten, Wirtschaftsprüfer, zum Teil auch für Ingenieure) bestehen berufsständische Versorgungseinrichtungen, die sogenannten Versorgungswerke. Diese zahlen neben der Altersversorgung auch Berufsunfähigkeitsrenten. Die Voraussetzungen weichen von denen der privaten Versicherungen ab. Ferner haben in der Regel die jeweiligen Berufe in jedem Bundesland ein eigenes Versorgungswerk, sodass es auch hier Unterschiede bei den Anspruchsvoraussetzungen geben kann.

Leistungen:
Die Hauptleistung im Versicherungsfall stellt die Berufsunfähigkeitsrente (BU-Rente) dar. Diese wird gezahlt, solange die Berufsunfähigkeit fortdauert; längstens bis zum Ablauf des Vertrages. Außerdem wird der Versicherte von der Pflicht zur Zahlung der Versicherungsprämien befreit. Es gibt auch Versicherungsverträge, bei denen eine jährliche Steigerung der BU-Rente erfolgt.

Verweisung:
Viele Verträge enthalten eine sogenannte (abstrakte) Verweisungsklausel. Diese gibt dem Versicherer die Möglichkeit, den Versicherten trotz bestehender Berufsunfähigkeit auf einen anderen Beruf zu verweisen, wenn er diesen anderen Beruf ausüben kann. Voraussetzung dafür ist, dass der andere Beruf vergleichbar ist. Hierzu wird auf das soziale Ansehen des anderen Berufs, die Höhe des Verdiensts, die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt abgestellt.

Daneben gibt es auch Verträge mit sogenannten konkreten Verweisungsklauseln. Hier kann der Versicherer den Versicherten nur dann auf den anderen Beruf verweisen, wenn der Versicherte diesen anderen Beruf bereits ausübt.

Gerade die Verweisungsklauseln sind in der Praxis immer wieder Anlass für gerichtliche Auseinandersetzungen. Die Versicherer nutzen diese Möglichkeit exzessiv und häufig zu Unrecht, um sich so der Leistungspflicht zu entziehen. Verträge ohne Verweisungsklauseln sind für den Versicherten also besser. Allerdings sind die Prämien auch höher.

Das Nachprüfungsverfahren:
Der Versicherer ist ferner berechtigt, jährlich das Fortbestehen der Berufsunfähigkeit zu überprüfen (Nachprüfungsverfahren). Sinkt der Wert der Berufsunfähigkeit wieder unter die vertraglich vereinbarte Grenze, verliert der Versicherungsnehmer seinen Leistungsanspruch. Allerdings muss dafür der Versicherer beweisen, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers tatsächlich gebessert hat.

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung:
Von der Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Erwerbsunfähigkeitversicherung abzugrenzen. Es handelt sich um eine relativ seltene Versicherung. Diese gewährt einen Leistungsanspruch erst dann, wenn der Versicherte keinerlei Erwerbstätigkeit mehr nachgehen kann, also überhaupt keinen Beruf mehr ausüben kann.

Die Schulunfähigkeitsversicherung:
Als Sonderfall der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung gibt es die Schulunfähigkeitsversicherung. Diese setzt bereits im Vorfeld der beruflichen Tätigkeit, also während der Schulzeit an. Sie erfasst häufig auch Zeiten einer Ausbildung oder eines Studiums und geht danach meist automatisch in einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung über.

Die Existenzschutzversicherung:
Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Art der Berufsunfähigkeitsversicherung, die allerdings typischerweise in Unfallversicherungen zu finden ist. Die Existenzschutzversicherung stellt aber - ähnlich der klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung - ebenfalls auf Einschränkungen der Fähigkeit zur Ausübung des Berufs ab und gewährt als Leistungen Einmalzahlungen oder Renten.

Sie erreichen uns über das Kontaktformular oder unter 069-40034090.