Dr. Alexander T. Schäfer
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Die Private Unfallversicherung

 

Am besten gleich von Anfang an anwaltlich vertreten lassen! Fehler bei der Antragstellung führen sonst oft zum vollständigen Leistungsverlust!!

Die Private Unfallversicherung ist ein privater Versicherungsvertrag, der vor finanziellen Problemen nach einem Unfall schützen soll. In der Privaten Unfallversicherung können verschiedene Leistungen vereinbart werden. Typischerweise gehören hierzu

  • eine Invaliditätsleistung (Zahlung eines Einmalbetrages) 
  • eine Invaliditätsrente
  • Tagegelder oder Krankenhaustagegelder
  • Genesungsgelder
  • Zahlungen im Todesfall.

Da es in der Privaten Unfallversicherung häufig um hohe Beträge geht - insbesondere im Falle der Invalidität - sind die Probleme mit den Versicherern dann recht häufig. Zudem enthalten die Versicherungsbedingungen eine Reihe von Ausschlusstatbeständen, wie Vorerkrankungen, und Ausschlussfristen. Insbesondere eine Fristversäumung - auch wenn unverschuldet - kann zum vollständigen Verlust der Leistungsansprüche führen. Darüber hinaus werden nicht selten schon bei der Unfallschilderung Fehler gemacht, die später nur sehr schwer wieder zu korrigieren sind.

In der Privaten Unfallversicherung ist es deshalb dringend anzuraten, bereits vor der Unfallmeldung an den Versicherer anwaltlichen Rat einzuholen. Dadurch wahren Sie von Anfang Ihre Chancen auf höchstmöglichen und schnellen Leistungsbezug!

 

 

Grundlagen der privaten Unfallversicherung

 

Die private Unfallversicherung ist in den §§ 178 – 191 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) geregelt. Darüber hinaus spielen aber auch die Allgemeinen Versicherungsbedingungen in der Unfallversicherung (AUB) eine große Rolle. Jeder Versicherer verwendet hier seine eigenen Bedingungen. In vielen Punkten stimmen diese aber überein, da der Verband der deutschen Versicherungswirtschaft Musterbedingungen veröffentlicht, die viele Versicherer als Vorlage für ihre eigenen Bedingungen verwenden.


Unfall
Über den Begriff des Unfalls im Sinne der PUV gibt es immer wieder Missverständnisse, insbesondere auf Seiten der Versicherten. Als Unfall gilt das plötzliche, von außen auf den Versicherten wirkende Ereignis, dass zu einer unfreiwilligen Gesundheitsschädigung führt.

Nach dieser Definition ist auch ein gewalttätiger Angriff eines Dritten ein Unfall und führt zum Leistungsanspruch. Dagegen zählen Knochenbrüche aufgrund Alterung oder ein Verstolpern „ohne Grund“ aus bloßer Unachtsamkeit nicht als Unfälle. Diese Unkenntnis führt häufig dazu, dass bei der Unfallmeldung Fehler gemacht werden, die die Auszahlung des Anspruchs verzögern oder sogar vereiteln.

Ausschlüsse
Bestimmte Unfallursachen und Schäden sind vom Versicherungsschutz ausgenommen. Auch hierüber herrscht bei den meisten Versicherungsnehmern Unkenntnis. So besteht kein Anspruch, wenn ein Unfall aufgrund einer kurzen Bewusstlosigkeit eintritt. Auch ein ärztlicher Behandlungsfehler gewährt keinen Leistungsanspruch, es sei denn, der Fehler wurde bei der Behandlung von unfallbedingten Verletzungen begangen. Bei Infektionen oder Vergiftungen besteht gleichsam kein Anspruch.

Nach den Versicherungsbedingungen sind auch die Folgen psychischer Reaktionen auf ein Unfallereignis vom Versicherungsschutz ausgenommen. Bestes Beispiel hierfür ist die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). In der Rechtsprechung war lange Zeit umstritten, ob dieser Ausschluss überhaupt wirksam. Mittlerweile hat der Bundesgerichtshof dies bejaht. Schäden an Bandscheiben werden ebenso nicht ersetzt, es sein denn, dass der Unfall die überwiegende Ursache des Bandscheibenschadens ist. Hierfür ist eine Ursächlichkeit von mehr als 50 % notwendig.

Fristen
Ein von Versicherungsnehmern häufig übersehenes Problem sind die Fristen in der Unfallversicherung.  Es genügt dabei nicht, den Unfall selbst zu melden. Vielmehr muss der Eintritt der Invalidität durch eine ärztliche Bescheinigung innerhalb einer bestimmten Frist (häufig 15 Monate) dem Versicherer nachgewiesen werden. Viele übersehen dabei, dass der Arzt nicht vom Versicherer beauftragt wird. Dies ist allein Aufgabe des Versicherten. Die genauen Bedingungen für diesen Nachweis sind dabei von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich, weshalb unbedingt die konkreten Versicherungsbedingungen nachgelesen werden müssen. In der Regel weisen die Versicherer aber nach einer Unfallmeldung darauf hin.

Leistungsarten
In der Unfallversicherung können verschiedene Versicherungsleistungen vereinbart werden.

Invaliditätsleistung
Hauptleistung ist immer die Zahlung einer Invaliditätssumme. Diese ist vom Grad der Schädigung abhängig. Erforderlich ist eine dauerhafte Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit. Um diese zu bestimmen, haben die Versicherer eine sogenannte Gliedertaxe entwickelt. Der Körper ist darin nach verschiedenen Regionen unterteilt. Die Höhe des Anspruchs errechnet sich aus der betroffenen Körperregion und der Stärke der Einschränkungen und Behinderungen in diesem Körperteil.
Die gesamte Invaliditätssumme wird in der Regel nur bei einer Invalidität von 100 % fällig. Ansonsten besteht der Anspruch nur anteilig. Viele Verträge beinhalten aber auch verbesserte Gliedertaxen oder eine sogenannte Progression. Diese führen zu einem höheren Anspruch. Manche Verträge sehen Invaliditätszahlungen von bis zu 500 % der Invaliditätssumme vor.

Zusatzleistungen
Neben der Invaliditätssumme können weitere Leistungen vereinbart werden. Diese Leistungen werden entweder zusätzlich oder anstatt der Invaliditätssumme ausbezahlt. Hierzu gehören Übergangsgelder bei langer Heilungsdauer, Tagegelder während der Dauer einer Arbeitsunfähigkeit, Krankenhaustagegelder während der Dauer eines Krankenhausaufenthaltes, Genesungsgelder für die Zeit nach einem Krankenhausaufenthalt oder eine Zahlung im Todesfall an die Erben.

Nachbemessung
Sowohl der Versicherte als auch der Versicherer haben das Recht, den Grad der Invalidität jährlich überprüfen zu lassen, längstens aber bis zu drei Jahre nach dem Unfall. Wird dabei eine höhere Invalidität festgestellt, muss der Versicherer nachbezahlen. Tritt aber eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ein, muss der Versicherte womöglich einen Teil der bereits erhaltenen Versicherungssumme zurückzahlen. Als Versicherungsnehmer sollte man sich es deshalb genau überlegen, ob man von sich aus ein Nachprüfungsverfahren beantragt.

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