Dr. Alexander T. Schäfer
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Die private Krankenversicherung: Nur mit Anwalt gut versichert?


Die Krankenversicherung und die Pflegeversicherung gehören zu den Pflichtversicherungen in Deutschland. Jeder Bürger muss entweder gesetzlich oder privat krankenversichert sein. Der Zugang zur Privaten Krankenversicherung (PKV) ist dabei begrenzt. 

Die Private Krankenversicherung gilt als prestigeträchtig. Nicht nur ist der Zugang zu ihr begrenzt - Angestellte müssen ein überdurchschnittliches Gehalt nachweisen -, sie gilt auch als Garant für eine schnellere und bessere medizinische Behandlung. Leider hat die Private Krankenversicherung ihre Tücken. 

Wie alle privaten Versicherungen funktioniert sie nach dem Prinzip der Kostenerstattung. Dies bedeutet, dass es zunächst Sache des Patienten ist, die Rechnungen des Arztes oder des Krankenhauses zu bezahlen und er erst im Nachhinein diese Kosten durch den Versicherer ersetzt bekommt.

Leider kommt es immer wieder dazu, dass der Private Krankenversicherer diese Erstattung verweigert. Die Begründung lautet meist, die Behandlung sei medizinisch nicht notwendig gewesen. Dahinter steckt die in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen enthaltene Klausel, wonach der Versicherer nur (objektiv) medizinisch notwendige Behandlungen bezahlen muss. Und über die Frage, was objektiv notwendig ist, lässt sich vortrefflich streiten. Zudem spielen die Versicherer hier nicht immer fair. So tragen sie häufig vor, nur die günstigere Behandlung sei medizinisch notwendig, nicht aber die teuere. Ein klare Falschauskunft, wie auch der Bundesgerichtshof mittlerweile festgestellt hat. Außerdem entfällt die medizinische Notwendigkeit nicht allein deshalb, weil der Eingriff auch kosmetischen Zwecken dient.

Zu den häufigsten, unberechtigten Leistungsverweigerungen gehören 

  • die Kostenerstattung für LASIK-Operationen
  • die Kostenerstattung für Kinderwunschbehandlungen (künstliche Befruchtung wie In-vitro-Fertilisation (IVF), Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI), Intrauterine Insemination (IUI)
  • die Kostenübernahme für Zahnersatzbehandlungen, insbesondere den Zahnersatz durch Implantate
  • die Kostenübernahme für Krankenhausbehandlungen in bestimmten Kliniken wie Kuranstalten
  • die Zahlung von Krankentagegeld.

Versicherte sollte dies nicht einfach akzeptieren. Denn sie haben einen Anspruch auf diese Leistungen, für die monatlich schließlich auch eine entsprechende Prämie gezahlt werden muss. Zudem besteht die Gefahr, dass der Versicherer künftig erst Recht die Erstattung  verweigert oder eingereichte Rechnungen kürzt. Manchmal ist man eben nur mit einem Rechtsanwalt und Fachanwalt für Versicherungsrecht gut krankenversichert.

 

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