Dr. Alexander T. Schäfer
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Die Berufsunfähigkeitsversicherung

 

Am besten gleich von Anfang an anwaltlich vertreten lassen! Fehler bei der Antragstellung führen sonst oft zum vollständigen Leistungsverlust!!

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung soll das wirtschaftliche Risiko absichern, das dadurch entsteht, dass man seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird häufig mit einer Lebensversicherung gekoppelt. Man spricht dann von einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ).

Der Versicherungsfall
Der Anspruch entsteht, wenn Berufsunfähigkeit im Sinne der Versicherungsbedingungen eintritt. Die genaue Definition ist dabei von Vertrag zu Vertrag unterschiedlich. In der Regel wird eine dauerhafte, mindestens zu 50 % bestehende Unfähigkeit zur Fortführung des erlernten und ausgeübten Berufs verstanden. Liegt die Berufsunfähigkeit unterhalb der 50 % Schwelle besteht dagegen gar kein Anspruch. In Abwandlung zu dieser starren „Alles oder Nichts“-Grenze von 50 %, sind mittlerweile auf Verträge auf dem Markt, die ab einem niedrigeren Wert bereits einen Teil der Berufsunfähigkeitsrente (BU-Rente) gewähren. Bei manchen Tarife mit einer Staffelung werden Leistungen so schon ab einer 25%igen Berufsunfähigkeit erbracht. Dabei kommt es nicht darauf an, wodurch die Berufsunfähigkeit entstanden ist. Auch verlangt die Berufsunfähigkeitsversicherung keine generelle Erwerbsunfähigkeit. Es ist also egal, wenn man noch einen ganz anderen Beruf ausüben kann.

Für spezielle Berufsgruppen, etwas Beamte oder Piloten und Flugbegleiter, gibt es spezielle Tarife und Vereinbarungen, etwa Dienstunfähigkeits- oder Fluguntauglichkeitsklauseln. Diese erleichtern die Voraussetzungen für die Versicherungsleistung.

Für bestimmte Berufe (Anwälte, Notare, Steuerberater, Ärzte, Apotheker, Psychotherapeuten, Architekten, Wirtschaftsprüfer, zum Teil auch für Ingenieure) bestehen berufsständische Versorgungseinrichtungen, die sogenannten Versorgungswerke. Diese zahlen neben der Altersversorgung auch Berufsunfähigkeitsrenten. Die Voraussetzungen weichen von denen der privaten Versicherungen ab. Ferner haben in der Regel die jeweiligen Berufe in jedem Bundesland ein eigenes Versorgungswerk, sodass es auch hier Unterschiede bei den Anspruchsvoraussetzungen geben kann.

Leistungen:
Die Hauptleistung im Versicherungsfall stellt die Berufsunfähigkeitsrente (BU-Rente) dar. Diese wird gezahlt, solange die Berufsunfähigkeit fortdauert; längstens bis zum Ablauf des Vertrages. Außerdem wird der Versicherte von der Pflicht zur Zahlung der Versicherungsprämien befreit. Es gibt auch Versicherungsverträge, bei denen eine jährliche Steigerung der BU-Rente erfolgt.

Verweisung:
Viele Verträge enthalten eine sogenannte (abstrakte) Verweisungsklausel. Diese gibt dem Versicherer die Möglichkeit, den Versicherten trotz bestehender Berufsunfähigkeit auf einen anderen Beruf zu verweisen, wenn er diesen anderen Beruf ausüben kann. Voraussetzung dafür ist, dass der andere Beruf vergleichbar ist. Hierzu wird auf das soziale Ansehen des anderen Berufs, die Höhe des Verdiensts, die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt abgestellt.

Daneben gibt es auch Verträge mit sogenannten konkreten Verweisungsklauseln. Hier kann der Versicherer den Versicherten nur dann auf den anderen Beruf verweisen, wenn der Versicherte diesen anderen Beruf bereits ausübt.

Gerade die Verweisungsklauseln sind in der Praxis immer wieder Anlass für gerichtliche Auseinandersetzungen. Die Versicherer nutzen diese Möglichkeit exzessiv und häufig zu Unrecht, um sich so der Leistungspflicht zu entziehen. Verträge ohne Verweisungsklauseln sind für den Versicherten also besser. Allerdings sind die Prämien auch höher.

Das Nachprüfungsverfahren:
Der Versicherer ist ferner berechtigt, jährlich das Fortbestehen der Berufsunfähigkeit zu überprüfen (Nachprüfungsverfahren). Sinkt der Wert der Berufsunfähigkeit wieder unter die vertraglich vereinbarte Grenze, verliert der Versicherungsnehmer seinen Leistungsanspruch. Allerdings muss dafür der Versicherer beweisen, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers tatsächlich gebessert hat.

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung:
Von der Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Erwerbsunfähigkeitversicherung abzugrenzen. Es handelt sich um eine relativ seltene Versicherung. Diese gewährt einen Leistungsanspruch erst dann, wenn der Versicherte keinerlei Erwerbstätigkeit mehr nachgehen kann, also überhaupt keinen Beruf mehr ausüben kann.

Die Schulunfähigkeitsversicherung:
Als Sonderfall der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung gibt es die Schulunfähigkeitsversicherung. Diese setzt bereits im Vorfeld der beruflichen Tätigkeit, also während der Schulzeit an. Sie erfasst häufig auch Zeiten einer Ausbildung oder eines Studiums und geht danach meist automatisch in einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung über.

 


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