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24.07.2015 18:04 Alter: 2 yrs

Versicherungsmakler und Versicherungsvertreter - worauf muss man achten?

Wichtige Informationen und Tipps zum Umgang mit Versicherungsmaklern und Versicherungsvertretern.

 

Versicherer sind Unternehmen. Und Unternehmen wollen Gewinn machen. Wer sich diesen einfachen Grundsatz vor Augen hält und nicht blind allen Behauptungen und Versprechungen vertraut, kann sich manche bittere Enttäuschung ersparen.

Deshalb einige wichtige Informationen und Tipps, die man als Versicherungsnehmer  beim Abschluss von Verträgen kennen sollte:

  1. Versicherungsvertreter und Makler sind (auch) an ihren Provisionen interessiert!
    Versicherungsmakler und Versicherungsvertreter verdienen am Verkauf von Versicherungsverträgen. Hierfür erhalten sie Provisionen. Je nach Vertrag können dies mehrere Tausend Euro sein. Ein Beratungsgespräch, das nicht im Verkauf einer Versicherungspolice endet, ist für den Makler und Vertreter somit verlorene Zeit. Nur der Verkauf bringt einen Verdienst. Damit steht eigentlich schon zu Beginn eines "Beratungsgesprächs" fest, dass am Ende auf jeden Fall der Abschluss einer Versicherung empfohlen wird. Meistens wird dann auch diejenige empfohlen, bei der die höchste Provision gezahlt wird - und nicht die, die für den Versicherungsnehmer am besten geeignet wäre.

  2. Aufgepasst bei Angaben zum Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss! Insbesondere bei privaten Krankenversicherungen oder Berufsunfähigkeitsversicherungen werden Angaben zum Gesundheitszustand verlangt. Beantworten Sie diese Fragen unbedingt vollständig und wahrheitsgemäß und verlassen Sie sich nicht auf Aussagen des Versicherungsvertreters oder Maklers hierzu. Es gilt: Lieber zu viel angeben als zu wenig. Falsche oder unvollständige Angaben können noch nach Jahren zum vollständigen Verlust der gesamten Versicherung führen und bei Berufsunfähigkeit die eigene Existenz kosten.

  3. Fehler des Maklers sind Fehler des Versicherungsnehmers!
    Sehr ärgerlich ist es, wenn Probleme durch einen Fehler des Maklers, etwa falsche Angaben zum Gesundheitszustand, verursacht wurden. Anders als Versicherungsvertreter gilt der Versicherungsmakler nämlich als Vertreter des Versicherungsnehmers. Fehler des Maklers werden deshalb so behandelt, als ob sie der Versicherungsnehmer selbst gemacht hätte. Der Versicherte kann dann häufig nur versuchen, vom Makler selbst Schadensersatz zu verlangen.

  4. Versicherer bereiten heute im Schadensfall generell mehr Probleme als früher!
    Auch das ist leider wahr. Während früher auch problematische Fälle häufig aus Kulanz reguliert wurden, schauen die Versicherer mittlerweile viel genauer hin und verweigern (auch ungerechtfertigt) die Zahlung. Besonders ärgerlich: Schon bei den kleinsten Unstimmigkeiten wird sofort ein Betrug vermutet und der Versicherungsnehmer unter Generalverdacht gestellt. Deshalb schon bei der Schadensmeldung (insbesondere in der privaten Unfallversicherung) darauf achten, keinen Fehler zu machen. In schwierigen Fällen und bei größeren Schäden am besten den Schaden gleich durch einen Anwalt melden lassen.