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23.11.2017 12:22 Alter: 23 days

Sturz auf der Gangway – Airline kann auch dafür haftbar sein

Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 21.11.2017 - X ZR 30/15 stärkt Rechte von Flugreisenden

Stürzt ein Flugpassagier in einer Fluggastbrücke auf dem Weg ins Flugzeug, muss die Airline mit Schadensersatzforderungen rechnen. Im konkreten Fall rutschte der Passagierim „Finger“ zum Flugzeug auf einer Wasserlache aus und verletzte sich. Er verlangte dafür Schadensersatz von dem Luftfahrtunternehmen. Dieses sah sich als nicht verantwortlich an und verwies den Reisenden an den Flughafenbetreiber.

Zu Unrecht, wie das höchste Gericht Deutschlands nunmehr feststellte und damit zwei anderslautende Entscheidungen der unteren Instanzen aufhob. Dem Passagier kam dabei das sogenannte Montrealer Übereinkommen zu Gute. Danach besteht ein Anspruch auf Schadensersatz gegenüber der Airline, auch wenn diese kein Verschulden am Schaden trifft (Gefährdungshaftung). Voraussetzung ist, dass sich der Unfall an Bord oder bei einem Einsteigevorgang in ein Flugzeug ereignet und den Fluggast kein eigenes Verschulden daran trifft. Die obersten Richter legten den Einsteigevorgang im Sinne des Reisenden weit aus und erstreckten diesen auch auf den Weg innerhalb der Gangway.

Der Bundesgerichtshof konnte den Fall aber nicht abschließend entscheiden, da die Vorinstanzen zum Unfallhergang noch nicht hinreichend Beweis erhoben hatten und verwies den Rechtsstreit daher an das Oberlandesgericht zurück.

 

Die Pressemitteilung des BGH kann hier abgerufen werden.