Dr. Alexander T. Schäfer
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< Dr. Alexander T. Schäfer zu Gast bei "Service Gesundheit"
09.02.2015 17:20 Alter: 3 yrs

Sachverständige müssen sprachlich zurückhaltend argumentieren.

LG Köln (9 O 12/11) lehnt Sachverständigen wegen der Besorgnis der Befangenheit ab.

Vom Gericht beauftragte Sachverständige müssen bei ihrer Wortwahl zurückhaltend sein - auch wenn sie in der Sache selbst kritisch würdigen und argumentieren dürfen. Ein psychologischer Psychotherapeut hat diesen Grundsatz nicht beachtet und wurde deshalb von seinem Gutachtenauftrag entbunden.

Die von Rechtsanwalt Dr. Alexander T. Schäfer verfasste Befangenheitsrüge konnte darlegen, dass der Gutachter seine Verpflichtung zur unvoreingenommenen und unparteiischen Würdigung verletzt hatte, da er in sprachlich nicht mehr hinnehmbarer Weise die Wertungen anderer Ärzte herabgewürdigt hatte. So bewertete er diese als "unhaltbar und scheinargumentativ" sowie als "Gefälligkeitsargumentation". Zudem benutzte er in seinem schriftlichen Gutachten eine emotive Interpunktion, wie Kombinationen von Frage- und Ausrufezeichen "?!".

Losgelöst von der Frage, ob seine Wertungen in fachlicher Hinsicht richtig waren oder nicht, überschritt dies die Grenzen der zulässigen Auseinandersetzung und rechtfertige die Besorgnis einer Befangenheit.