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< 7.000,00 € Schmerzensgeld für Schlüsselbeinbruch
02.06.2014 16:47 Alter: 3 yrs

Arzt muss den "Golden Standard" einhalten

OLG Koblenz (Urteil vom 25.02.2014, 26 U 157/12) verurteilt Arzt zum Schadenersatz

"Wendet ein Arzt nicht die Therapie der 1. Wahl, den sogen. "Golden Standard", sondern die Therapie der 2. Wahl an, so liegt darin ein Behandlungsfehler. Verlässt der Arzt den sogen. "Golden Standard" ohne den Patienten hierauf hinzuweisen, so handelt er jedenfalls dann grob fehlerhaft, wenn der Patient bereits zur Durchführung der Therapie der 1. Wahl entschlossen war. Ein solches ärztliches Verhalten ist unverständlich und nicht mehr nachvollziehbar."

 

So lautet der Leitsatz eines aktuellen Urteils des OLG Koblenz, wonach der Arzt einem Patienten Schmerzensgeld und weitere Schadenersatzzahlungen leisten muss.


In dem Verfahren ging es um die Behandlung eines Hautkarzinoms. Der Arzt hatte eine sogenannte fotodynamische Therapie angeboten und durchgeführt. Später kam es zu einem Rezidiv der Krebserkrankung, die mehrfach operativ behandelt werden musste. Dieses Vorgehen wurde dem Mediziner als grober Behandlungsfehler ausgelegt. Denn eine sofortige Operation wäre die Therapie der 1. Wahl, der "Goldene Standard" gewesen. Dies hätte er dem Patienten sagen müssen, was er unterließ. Der Patient hatte zudem überzeugend erklärt, dass er sich bei entsprechender Aufklärung zu einer sofortigen Operation entschieden hätte. Weil dieses Versäumnis als grober Behandlungsfehler gewertet wurde, wurde auch angenommen, dass bei sofortiger Operation sich die späteren Schäden hätten vermeiden lassen. Diese Vermutung konnte der Arzt nicht mehr entkräften.