Dr. Alexander T. Schäfer
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Die Aufklärung bei medizinischen Behandlungen


Der Arzt – und auch jeder andere medizinische Behandler – hat die Pflicht zur Aufklärung über die Chancen und Risiken der Heilbehandlung und über möglicher Alternativen hierzu. Hierbei handelt es sich um eine Pflicht. Es lassen sich verschiedene Arten der Aufklärung unterscheiden.

  1. Die Risikoaufklärung

    Hierbei handelt es sich um die Aufklärung über die Risiken einer geplanten Heilbehandlung. Dabei kann es sich um eine Operation, aber auch eine konservative Heilbehandlung oder eine medikamentöse Therapie handeln. Der Patient muss über diejenigen Risiken informiert werden, die für ihn - auch bei fehlerfreiem Handeln des Arztes – für ihn bestehen. Dies gilt vor allem bei invasiven Eingriffen wie Operationen.

    Zur Aufklärung gehört es natürlich auch, den Patienten auf mögliche Folgen hinzuweisen, wenn er die aus Sicht des Arztes medizinisch notwendige Behandlung unterlässt.

    Kommen verschiedene Therapien in Frage, unterscheiden sich diese aber im Hinblick auf ihre Risiken und Erfolgschancen, muss der Arzt dem Patienten diese vorstellen und ihm die Wahl überlassen. Er darf und muss insoweit beraten und Empfehlungen aussprechen, aber nicht anstelle des Patienten entscheiden.

    Besonders umfangreich und intensiv muss die Risikoaufklärung bei medizinisch nicht indizierten Eingriffen, etwa Schönheitsoperationen, erfolgen.

    Die Aufklärung hat grundsätzlich durch ein persönliches Gespräch zwischen Arzt und Patient zu erfolgen. Hiervon darf nur in Ausnahmefällen abgewichen werden.

    Fehlt es an einer ordnungsgemäßen Aufklärung, stellt die Behandlung eine rechtswidrige Körperverletzung dar. Für den Nachweis der Aufklärung ist der Arzt beweispflichtig.

  2. Die Sicherungsaufklärung

    Diese Form der Aufklärung dient der Sicherung des Erfolges einer Heilbehandlung. Hierzu gehört es etwa, den Patienten darüber zu informieren wie er sich zu verhalten hat, damit der Erfolg einer Behandlung nicht gefährdet wird. Zum Beispiel fallen darunter der Hinweis auf die richtige Einnahme verordneter Medikamente oder das Unterlassen belastender Verhaltensweisen, etwa falscher Ernährung.

  3. Die "wirtschaftliche" Aufklärung

    Den Arzt oder Krankenhausbetreiber kann auch eine Pflicht zur Information des Patienten über finanzielle Risiken gehören. Es handelt sich dabei um einen Nebenpflicht aus dem Behandlungsverhältnis. Diese ist vor allem bei Privatpatienten von Bedeutung. Muss der Arzt oder Klinikinhaber erkennen, dass die Kosten einer von ihm vorgeschlagenen Behandlung ganz oder zum Teil nicht von der privaten Krankenversicherung erfasst werden, hat er den Patienten vorher darauf hinzuweisen, damit dieser vor Durchführung der Behandlung diese Fragen klären kann.

 

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